Ein paar Eindrücke aus dem Leben von Hirschkäfern...

Männchen des Hirschkäfers

Weinchen des Hirschkäfers

Typisch für die Männchen des Hirschkäfers sind die stark vergrößerten Kiefer. Fressen können sie damit nicht; die Kiefer werden jedoch zum Kämpfen genutzt. Hirschkäfer können mit ihren Kiefern auch sehr fest zwicken - also keinen Finger dazwischen halten! Die Männchen sind 3,5-9 cm groß (meist aber 5-6,5 cm).

Hirschkäferweibchen sind deutlich kleiner: 2,5-5 cm. Ihre Kiefer sind normal ausgebildet. Zum Fressen nutzen sie sie dennoch nicht.

Zunge des Hirschkäfers

Zwei sehr unterschiedlich große Hirschkäfermännchen

Zwischen den Kiefern dieses Männchens ist deutlich die behaarte Zunge zu erkennen. Beide Geschlechter lecken damit Baumsäfte oder Saft von Obst auf.

Je nachdem, wie gut das Nahrungsangebot für die Larven ist, können Hirschkäfer sehr unterschiedlich groß werden.

Kämfende Männchen

The winner takes it all.

Berühmt sind die Kämpfe der Hirschkäfermännchen. Der Stärkere wirft den Schwächeren blitzschnell auf den Rücken, dieser sucht dann meist das Weite. Gekämpft wird um alles, was wichtig ist: Weibchen und Futterstellen.

Hirschkäfer bei der Paarung. Das Männchen wölbt sich über das Weibchen und schützt es damit auch gegen Feinde, z.B. Krähen, Eulen und Spechte. Ein großer Teil der Männchen wird in der Paarungszeit gefressen, Reste von ihnen liegen oft unter den Bäumen.

Hirschkäfer in Konkurrenz mit Heldböcken

junge Hirschkäferlarve

Hirschkäfer sind nicht die einzigen großen Käfer an Eichen. Manchmal müssen sie sich mit Heldböcken (Cerambyx cerdo) um Saftstellen streiten. Dabei ist nicht vorhersehbar, wer gewinnt.

Nach der Paarung graben sich die Weibchen in die Erde an Stubben und alten Baumwurzeln und legen ca. 50-100 Eier ab. Die Larven schlüpfen nach etwa 14 Tagen, leben unterirdisch und fressen an weißfaulen Holz toter Wurzeln von Stubben (meist Laubbäumen, besonders gern an Eichen). Da sie nur totes Holz fressen, schädigen sie keine Bäume.

ausgewachsene Hirschkäferlarve

ausgewachsene Hirschkäferlarve

Die Larven haben den typischen "Engerlings-Habitus". Erwachsene Larven können eine Länge von bis zu 10 cm haben. Interessant ist, dass die Larven zirpen (stridulieren) können, wobei die Bedeutung dieser Lautäußerungen noch nicht bekannt ist.

Wie lange das Larvenstadium dauert, hängt vor allem von der Wärme im Boden ab. In Südeuropa verläuft die Entwicklung schneller als im südlichen Skandinavien.

Puppe des Hirschkäfers

schlüpfender Hirschkäfer

Im Erdreich im Umfeld der Stubben verpuppen sich die Hirschkäferlarven im Herbst.

Im folgenden Frühjahr graben sich die Hirschkäfer aus dem Boden und der Lebenszyklus beginnt erneut.